Leseecke — 5. Februar 2016 at 15:57

Warum beten wir?

Warum tun wir das? Während die Gesellschaften weltweit aufblühen und der Islam die am schnellsten wachsende Religion der Welt ist, sehen wir manchmal störende Abweichungen innerhalb der muslimischen Gemeinschaft.
Vergiss‘ die Gesellschaft, vergiss‘ die Konvertierten und jene, die zu ihrer Religion zurückkehren, (nachdem sie sie verließen), vergiss die, die sich nur den Islam vorstellen.
Ich rede über uns: Jene, die in muslimischen Familien geboren und aufgewachsen sind und die Werte des Islams und die Lehren der Propheten und der Imame (as) gelehrt wurden.
Für all das, dass uns gelehrt wurde und womit wir erzogen sind, finden wir uns ständig darin wieder, wie wir an unsere Handlungen, die wir durchführen und den Lehren, denen wir folgen, zweifeln.
Aber der Islam steht für eine Religion der Logik. Dies seit der Zeit von Muhammad (saas) und wir bestehen, bis die Berge zerbröckeln, die Erde flach wird und die letzte Posaune ertönt.

Die am meisten gestellte Frage ist folgende:
„Wieso müssen wir beten?“.
Viel zu oft sehen wir, wie die eigene Arroganz den Menschen übernimmt, prahlend, dass es keinen Bedarf für das Gebet gäbe. Und wenn sie das Gebet verrichten, dann nehmen sie das Gebet auf die leichte Schulter und verrichten es nur aus rituellen Gründen.

Die Menschen fragen, wieso wir beten müssen. Ich antworte nur: „Denkst du nicht, Er sei es würdig gedankt zu werden, der Eine, der Dir alles gibt und der Eine, der Dir über Nacht alles (wieder) nehmen kann, wenn er wolle?“

Zum Verständnis, wieso wir beten müssten, gibt es einige Faktoren, die erst zu verstehen sind, bevor wir uns mit der Essenz des Gebets selbst beschäftigen. Zuerst muss man begreifen und daran glauben, dass es ein Jenseits gibt, ein Leben nach dem Tod – ein immer bestehendes und voller Gerechtigkeit gefülltes Leben durch Gottes Gnade. Für all das Unrecht und die Verbrechen dieser Welt muss es eine Zeit geben, in der die Wahrheit siegt. Die Annahme des islamischen Glaubens zieht den Glauben an ein Jenseits und die Welt nur als ein Übergang zwangsläufig nach.

Wenn wir dies wissen, verstehen wir auch, dass wir unsere Taten hervorbringen müssen, sodass wir sie (unsere Taten) als Licht und Unterstützer am Tage des jüngsten Gerichts nehmen, an dem wir für alles, was wir je getan haben, zur Rechenschaft gezogen werden. Wir wissen, dass alles was wir hier tun, uns im nächsten Leben entweder Vorteile oder Strafen verschaffen. Es geht darum, Prioritäten zu setzen und vorbereitet zu sein.

Gott braucht unsere Gebete nicht – die Frage nach dem Gebet besteht also immer noch. Aber erst müssen wir verstehen, wie enorm die Kraft des Gebets ist: Obwohl wir es Gott wegen seiner Barmherzigkeit und Gnade widmen, schenkt er uns die Gebete zurück (in Form von Lohn), voraussetzend, dass uns die Gebete als Leitstrahl dienen, für dem Tag, an dem weder Wohlstand, Geld noch (unsere) Kinder an unserer Seite stehen.

Haben wir je darüber nachgedacht, wie beschäftigt wir im Leben sind?
Wir hetzen zur Arbeit, um Anweisungen zu gehorchen, Aufgaben zu erledigen und unser Leben zu ordnen – wir sind ständig in Eile! Haben wir je darüber nachgedacht, dass wenn Allah wollen würden, wir unsere Arbeit verlieren? Unsere Familie verlieren? Oder unsere Fähigkeit zu arbeiten und zu denken?

Seine Gnade ist der Grund, dass wir jeden morgen aufwachen und sie ist der Grund, dass wir nachts schlafen können.

In dieser Welt glauben wir offensichtlich an die moralischen Gebote und Pflichten des Dankes gegenüber einer Person, die uns einen Gefallen tut oder uns in irgendeiner Weise behilflich ist.
Aber wieso ist das eine Regel für Menschen und das andere eine andere Regel für den Allmächtigen? Sind wir nicht ihm verantwortlich?
Wir tendieren dazu, uns über das Gerede der Menschen mehr Sorgen zu machen.

Wenn wir unsere Moralvorstellungen und unsere Regeln akzeptieren, und den grundlegenden Dienst an die Menschheit, dann haben wir auch den verpflichtenden Dank an Gott für das Atmen, Sprechen und Gehen zu akzeptieren. Wir müssen uns für jede Fähigkeit, die wir (Dank ihm) besitzen, bedanken – wir sind uns nämlich bewusst, dass Gott uns all jenes binnen Sekunden nehmen kann. Gibt es einen besseren Dank als in Form des Gebets?

Wenn wir das Gebet verpflichtend machen, können wir zusätzlich gute Taten verrichten, in Form von Gottesgedenken, um Barmherzigkeit zu erlangen, aber auch um uns selbst zu bereichern.

Sobald wir zu gegebenen Zeit vor unserem Herren stehen und unsere Hände heben um zu bezeugen, dass Gott wahrhaftig der Größte ist, beteuern wir unser Bekenntnis seiner Allmacht, seiner Gaben und seiner Souveränität. Was ist wohl der beste Weg jenem zu danken, der uns erschuf und uns alles gab?

In unseren beschäftigten Leben mit den nie endenden Aufgaben, ist es nicht geringeres der Dankbarkeit als alles stehen und liegen zu lassen, wenn der Ruf von Ibrahim durch die Welt erschallt und jenem zu danken, der uns die Fähigkeit verliehen hat, jeden Morgen aufzustehen und dem, der uns die Ehre verlieh in einer Religion aufzuwachsen, die uns den direkten Kontakt (also das Gebet) lehrt.

Danke ihm durch die uns vorgeschriebenen fünf Gebete am Tag. Denn es ist das Säen der Samen der Belohnung, welche wir am Tag, an dem niemand Anderes bis auf unsere Taten uns zur Hilfe eilen, ernten.

Aus dem Englischen übersetzt: Shabab Al-Irschad; Autor: Rumina Hassan

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