Leseecke — 25. Januar 2013 at 15:39

Die Charta der Einheit steht im Koran

Die gemeinsame Liebe zum Propheten des Islams, Mohammad (s.a.a.s) ist das stärkste Verbindungsglied zwischen den islamischen Konfessionen. Daher wird anlässlich des Jahrestages seiner Geburt die Woche der Einheit gefeiert, zu der wir allen Muslimen gratulieren.

Die Einheit im Sinne von Zusammenschluss ist das wichtigste Element zur Verwirklichung der Ideale eines Volkes. Der Koran unterstreicht dieses Ziel und legt die Wege zu seiner Erreichung dar. Er lädt die Menschen ein, sich aufgrund ihrer Gemeinsamkeiten zusammen zu schließen. Der Koran weist auf den gemeinsamen Ursprung aller Menschen hin und dass allen Menschen unabhängig von äußerlichen Unterschieden Würde gebührt.

In dem Vers 103 der Sure 3 richtet sich Gott an die Gläubigen und sagt: „Und haltet allesamt fest an der Verbindung mit Gott und teilt euch nicht und gedenkt der Gnade, die Gott euch erwiesen hat! Als ihr Feinde wart und er zwischen euren Herzen Freundschaft stiftete und ihr durch seine Gnade Brüder wurdet.“

Die Koranexegeten sehen im Koran selber das beste Beispiel für die Verbindung von Gott, an denen sich die Gläubigen festhalten sollen. Der Prophet hat den Koran als die Verbindung zu Gott oder wörtlich „das göttliche Halteseil“ beschrieben, welches zwischen Himmel und Erde gespannt ist.

Der Heilige Koran führt Zwietracht auf Selbstsucht und Feindschaft zurück und erinnert daran, dass die Gläubigen einmal durch ein solches Denken von der Erreichung hoher Ziele abgehalten wurden. Diese Himmlische Schrift bezeichnet die Einmütigkeit unter den Menschen als einen Gottessegen durch den Er sie dem Glück zuführt.

Im Vers 159 der Sure 3, wird ein weiterer Grund für die Einmütigkeit unter den Muslimen genannt, nämlich der Prophet und seine hohe Gesinnung und sein hervorragendes Verhalten. Der Prophet hat Freundschaft unter den Gläubigen hervorgerufen. Er hat in Medina zur Festigung der Beziehungen zwischen Muslimen als erstes zwischen den Einwanderer aus Mekka und ihren Helfern in Medina den Bruderbund besiegelt. Er hat die beiden verfeindeten Volksgruppen „Aus“ und „Chasradsch“ durch den Islam miteinander verbrüdert.

Ein weiteres Mittel zur Einheit besteht darin, sich in Uneinigkeiten an Gott und den Propheten zu wenden. Aber die Muslime sollen sich darüber hinaus auch von den Edlen Nachkommen des Propheten leiten lassen. Dazu lesen wir in der Sure 4 im Vers 59: „Ihr Gläubigen: Gehorcht Gott und dem Prophet Gottes und den Uli-l-Amr“. Mit Uli-l-Amr sind die Edlen Nachkommen des Propheten gemeint sind, die zweifelsohne dem Propheten am nächsten stehen und den Koran und die islamischen Lehren am besten Kennen. Diese Imame zu befolgen bedeutet daher dem Propheten und Gott auf dem Weg zur Rettung zu folgen. Diese Imame haben erheblich zur Wiederbelebung des Geistes der Einheit beigetragen.

Der Koran ruft die Muslime auf, einander zum Guten anzuhalten und vom Schlechten abzuhalten und nicht auseinanderzugehen. Dies ist ein Hinweis darauf, dass das Gebot: Gebietet das Gute und verwehrt das Schlechte ein Beitrag zur Einheit ist. Fachr Razi erklärt, dass eine Zersplitterung der Religion entweder vom falschem Verständnis religiösen Schrifttums herrührt oder von dem Egoismus von Einzelnen oder Gruppen. Dabei betrachtet er das Gebot: Gebietet das Gute und verwehrt das Schlechte als Kontrollhebel zur Verhinderung der Befolgung persönlicher Vorlieben und Spaltung.

Der Koran ruft also die Gläubigen auf, sich wie Brüder zu behandeln. Sie sollen untereinander nicht nach Fehlern suchen, kein Misstrauen zueinander hegen und sich vor Verleumdungen hüten. Der heilige Koran sagt, wenn jemand über die Fehler anderer Gläubiger spricht, so ist es so, als ob er das Fleisch seiner Leiche verzehren würde. Der Koran empfiehlt: Seid freundlich und gütig zueinander und wenn ihr zu Gott betet, betet für eure Brüder im Glauben und darum, dass die Missgunst aus den Herzen weichen lässt. Dieses sehen wir an dem Gebet, welches im Vers 10 der Sure 59 steht.

Im Islam gestaltet sich die Gottesanbetung auf eine Weise, dass der Einzelne und die Gemeinschaft automatisch auf praktizierte Einheit zugehen. Dies zeigt das tägliche Gebetsritual. Der Muslim spricht zehn Mal am Tag im Laufe dieses Gebetsdienstes die Sure Hamd. Obwohl er sie als Einzelner spricht, benutzt er dabei die erste Person Mehrzahl zum Beispiel sagt er: Wir beten nur dich an und wir bitten nur dich um Hilfe.

Außerdem beten alle Muslime in die gleiche Gebetsrichtung nämlich mit dem Gesicht zur Kaaba in Mekka.

Der Koran will also bereits beim Einzelgebet eines Muslims Gemeinschaftsbewusstsein hervorrufen.

Der Koran will, dass die Menschen die Vorzüge des Hadsches erkennen. Heute ist die Festigung des Bruderbandes zwischen den Muslimen einer der bedeutendsten Vorzüge der Pilgerzeremonie in Mekka. Die Hajj-Zeremonien finden am gleichen Ort und gemeinsam statt und müssen frei von jedem Streit sein, d.h. ihr Ziel ist die Einmütigkeit. Der bekannte Koranexegent Alameh Tabatabai sagte: „Es ist immer auf diese Wahrheit aufmerksam zu machen, dass die Meinungsverschiedenheiten zwischen den Schiiten und Sunniten sich auf die sekundären Angelegenheiten der Religion beziehen, während die Muslime in den primären Grundlagen keine Meinungsverschiedenheiten und sogar in den verpflichtenden sekundären Geboten wie Ritualgebet, Fasten, Hadsch, Dschihad und anderen übereinstimmen. Allen kennen nur einen Koran und eine Kaaba.

Angesehene islamische Gelehrte haben auf Drängen Imam Khameneis eine Charta für die islamische Einheit herausgegeben. Diese Charta fordert die Gelehrten auf, die Bewegung des islamischen Erwachens zu lenken und 461133_3609390106768_612809965_o(1) durch koordinierte Stellungnahmen gegenüber dem gemeinsamen Feind dessen Einfluss in muslimischen Ländern zu verhindern. Es wird hervorgehoben, dass die Muslime sich nicht gegenseitig aus der muslimischen Gemeinde ausschließen oder Heiligkeiten anderer muslimischer Gruppen verletzen dürfen. Diese Charta fordert Institutionen und Regierungen auf, die islamischen Konfessionen anzuerkennen und ihren Anhängern die Bürgerrechte zuzugestehen, damit die Einheit unter den Muslimen in die Praxis umgesetzt wird.

Imam Khamenei (h) sagt: „Wer meint, eine Einheit zwischen Sunniten und Schiiten wäre nicht möglich, hat den Islam nicht erfasst.“ Er sagt weiter: „Diejenigen, die Scharen von Muslimen aufgrund haltloser Vorwände exkommunizieren und aufgrund haltloser Ansichten die Heiligkeiten von Konfessionsgruppen der Muslime schmähen, sind, ob sie es wissen oder nicht, Übeltäter, welche von den kommenden Generationen mit Abscheu erwähnt und als Legionäre des Feindes bezeichnet werden.“

Scheych Aschirow, Leiter des hohen Zentrums für Einheit der Muslime in Russland sagt, dass die Muslime sich an der Einmütigkeit zurzeit des Propheten ein Beispiel nehmen sollen. Er sagt ebenso, dass die Sunniten und Schiiten als geschlossene Gemeinschaft handeln müssen. Er ist der Ansicht, „die Meinungsverschiedenheiten unter den Muslimen gehen darauf zurück, dass sie die Koranverse und den Islam nicht richtig kennen. Alle muslimischen Völker wünschen sich sehr eine Freundschaft untereinander. Aber einige Gelehrte hetzen sie durch Schmähungen und widersprüchliche Äußerungen auf. Das Vorhandensein solcher Gelehrten und einiger politischer Regenten ist ein großes Problem für die Islamische Weltgemeinde.“

Quelle: Website Aalulbayt Germany (Ayatullah Sayyed Al-Sistani); verändert von Shabab Al-Irschad

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